Shalala Mutter-Kind Klinik

Inzwischen sind die Pflanzen vor dem Klinikgebäude deutlich gewachsen, so dass die Klinik noch einladender wirkt. Bald werden sie groß genug sein, um den auf der Veranda wartenden schwangeren Frauen in der Nachmittagssonne Schatten zu spenden. Abgesehen von diesem Problem, sagen die beiden für die Geburtsklinik zuständigen Schwestern des Divine Providence Ordens, hätten sie nichts an dem Gebäude auszusetzen. Es sei perfekt. Allerdings werde für Geburten nach Einbruch der Dunkelheit das Hauptgebäude genutzt, weil dieses mit einem Solarsystem ausgestattet sei und man in Shalala nie wisse, wann der Strom ausfalle.

Auch bei den Frauen ist die Klinik sehr beliebt, wie die seit der Nutzung des neuen Gebäudes steigenden Zahlen von Patientinnen zeigten. Folgt man der von den Schwestern akribisch geführten Statistik, dann hat sich die Zahl der in der Klinik durchgeführten Geburten seit der Klinikeinweihung ungefähr verdoppelt. Immer noch sind es weniger als 10 im Monat, doch 2014 waren es nicht mehr als vier monatlich. Wegen der weiten Wege, die die Frauen in den Wehen nicht zu Fuß zurücklegen können, werden die meisten Geburten im häuslichen Umfeld mit Unterstützung von Gesundheitsschwestern durchgeführt. Bei Komplikationen tragen Verwandte und Nachbarn die in Wehen liegenden Frauen zur Mutter-Kind-Klinik. Dazu gehörten auch die beiden Mütter, die 2015 ihre Kinder tot zur Welt brachten. Bei allen sonstigen in der Klinik durchgeführten Geburten konnte das Leben von Mutter und Kind gewahrt werden. Zur Erstuntersuchung erschienen 130 schwangere Frauen im dritten Quartal 2015. Das scheint nicht besonders viel, wobei allerdings die Erstuntersuchung meist in den Dörfern von den Gesundheitsschwestern durchgeführt werden. Der Anstieg der Behandlungen nach der Geburt ist dagegen sehr hoch. Etwa um das Siebenfache stieg die Zahl der Kinder, die den kompletten nachgeburtlichen Impfzyklus durchliefen. Noch deutlicher stieg die Zahl aller zur Behandlung gebrachten Kinder unter fünf Jahren.

Worauf ist dieser Erfolg zurückzuführen? Allein auf das neue Gebäude? Die Mundpropaganda unter den Frauen, so erläutern die Schwestern, sei ein wesentlicher Faktor. In dem zeitgleich mit der Klinik eröffneten traditionellen Kaffeehaus tauschten sich die Frauen über ihre Erfahrungen aus und würden die Klinik weiterempfehlen.

Brigitte Föller, Bericht vom Klinikbesuch im Dezember 2015

Shalala Mutter-Kind Klinik: der vollständige Bericht als pdf


Shalala Mutter-Kind Klinik 201512-1



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